Die Eider unterliegt seit mehreren Jahrzenten einem vermehrten Sedimenteintrag. Dieser beeinträchtigt die Entwässerung des Hinterlandes so wie die Schiffbarkeit des Bundeswasserstraße. Hinzu kommt der Einfluss langfristiger Veränderungen durch den Klimawandel welcher zu zusätzlichen Herausforderungen in der Entwässerung des Hinterlandes führt. Das Kooperationsprojekt „Zukunft Eider“ wurde geschaffen um Vorarbeiten zu leisten, welche die erforderlichen klimagerechten Anpassungen und Erweiterungen der wasserwirtschaftlichen Anlagen im Einzugsgebiet der Eider ermitteln. Als Teil des Kooperationsprojekts wurde die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) mit der Erstellung einer wasserbaulichen Systemanalyse der Tideeider unter Berücksichtigung des Sedimentmanagements beauftragt. Hierfür hat die BAW ein dreidimensionales, hydrodynamisches numerisches (HN-) Modell der Tide- und Außeneider aufgebaut. Um dieses 3D-HN-Modell hinsichtlich des Schwebstoffgehalts und -transports zu entwickeln, wurden Trübungsmessungen von Ingenieurbüros, der BAW und vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee herangezogen. Für die Umrechnung der Trübungswerte in Schwebstoffgehalt sind die Trübungsmessungen anhand von Wasserproben kalibriert worden. Im März 2024 hat die BAW Wasserproben an dem Binnen- und Außenpegel des Eider-Sperrwerks genommen für die Kalibrierung der dortigen Trübungsmessgeräte des WSA Elbe-Nordsee (über jeweils 2 Halbtiden).
Die BAW (Bundesanstalt für Wasserbau) führt im Auftrag der WSV (Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes) umfangreiche F&E-Untersuchungen (Forschung- und Entwicklung) zur Klimafolgenforschung sowie zur Auswirkung geplanter Ausbaumaßnahmen an Seeschifffahrtsstraßen durch. Hierfür werden hochauflösende dreidimensionale numerische Simulationsmodelle eingesetzt. Die Aussagefähigkeit und Qualität der Simulationsergebnisse ist hierbei entscheidend von der Güte der Steuerung an den Modellrändern abhängig. Die Modelltopographie (= "Rechengitter") und die verwendeten hydrologischen Bedingungen auf den Modellrändern sollten möglichst einen identischen Zeitraum repräsentieren. Da die Modelltopographien für die Modellgebiete des "Jade-Weser" und des "Elbe" - Modells der BAW im Jahr 2012 neu aufgebaut worden sind, ist im Sommer 2012 ein Messprogramm zur Erfassung der hydrologischen Randbedingungen durchgeführt worden. Zu diesem Zweck hat die BAW - Dienstort Hamburg ein Messnetz aus insgesamt 13 Beobachtungsstationen entlang der Steueränder der numerischen Modellsysteme eingerichtet. Mindestens über den Zeitraum eines "Nipp-Spring-Zyklus" (~ 14 Tage) wurden in verschiedenen Gerätekonfigurationen folgende Parameter gemessen:
Für Zwecke der Modellvalidierung sind auf einem ca. 10 km parallel in das Modellgebiet verschobenen Rand
ADCP-Messungen (Acoustic Doppler Current Profiler): - Strömungs- und - Seegangsmessungen (teilweise)
durchgeführt worden.
Soweit verfügbar sind Daten der von der WSV betriebenen Pegelstationen einbezogen worden. Für meterologische Informationen stehen Daten des DWD zur Verfügung (Quelle: Deutscher Wetterdienst).